27 Okt

Kochbuchrezension & LeckerBox #97: Kürbispastete nach Nigel Slater’s Küchentagebuch…

Wie stellt Ihr Euch ein „Küchentagebuch“ vor? Ganz ehrlich, schließt mal die Augen, denkt an Küche, Kochen, Backen und Tagebuch und dann erzählt mir mal, wie Ihr Euch so ein Küchentagebuch vorstellt. Ich stelle es mir ähnlich vor, wie es Nigel Slater selbst in seinem Buch Küchentagebuch beschreibt: „(…) ein schlampiges Kuddelmuddel, ein Sammelsurium von allem und jedem, was ich mir merken möchte, von Einkaufslisten und Backtemperaturen bis zu der Frage, ob zwei oder eher drei Eier in den Kuchen gehören“. Zwischendrin ein paar Spritzer Olivenöl, Teigreste und vielleicht noch ein paar Krümmel frisch gemahlener Pfeffer…ja genau so würde mein Küchentagebuch aussehen wenn ich eines hätte!

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Das Küchentagebuch von Nigel Slater wurde mir freundlicherweise vom DUMONT-Verlag als Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt. Und ich muss sagen, es hat mich vor eine Herausforderung gestellt. Ein Buch für das man sich am besten 3 Wochen Urlaub gönnt, es Abends mit ins Bett nimmt, über dem Schmökern darin fast einschläft und dabei das Mittagessen plant. Morgens mit dem Buch aufwacht und vielleicht schon mal das Abendessen oder den Einkauf auf dem Wochenmarkt plant. Sich Notizen macht, die kleinen Geschichten zwischen den Rezepten liest und währenddessen ein bisschen ins träumen gerät. Das Küchentagebuch ist definitiv kein normales Kochbuch, nein, es ist viel mehr, es ist eine Sammlung ganz toller Rezepte, Geschichten und Erzählungen, die einen in eine andere Welt abdriften lassen und gedanklich zu Besuch in die Küche eines tollen Koches schickt.

Die 3 Wochen Urlaub die ich am liebsten nur mit diesem Buch in der Küche verbracht hätte, hatte ich natürlich nicht. So habe ich also angefangen, mich nach der Einleitung ein bisschen an der Jahreszeit zu orientieren und mit den Monaten Oktober, November und Dezember das Lesen begonnen. Einige Rezepte wurden mit Klebezetteln versehen und Sonntag vor einer Woche habe ich mir bei schönstem Herbstwetter die Zeit genommen das erste Rezepte nachzukochen. Es sollte die Kürbispastete des 12. November werden!

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Im Gegensatz zu Nigel Slater musste ich nicht mit einem harten runden Winterkürbis kämpfen, sondern habe es nur mit einem Hokkaido-Kürbis aufgenommen. Daher ist das Rezept auch ein wenig abgewandelt, denn ein Hokkaido-Kürbis ist wesentlich schneller gar als ein Winterkürbis. Die Menge wurde dann auch etwas reduziert, so dass man 3 ordentliche Portionen oder 4-5 Portionen als Beilage erhält.

Zutaten für 3 ordentliche Portionen:

  • 600 g Kürbisfleisch, bereits geschält und gewürfelt (z.B. Hokkaido)
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 EL Butter
  • 1/2 TL Zimt
  • Salz & Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Rolle Blätterteig (270 g)
  • 1 Ei
  • 1-2 EL Kürbiskerne

Den Backofen auf 200°C Umluft kurz aufheizen. Den bereits geschälten und in ca. 2 x 2 cm groß gewürfelten Kürbis in eine Auflaufform geben. Rapsöl, Zimt und Salz & Pfeffer (eine ordentliche Menge) hinzugeben und gut vermischen, so dass jedes Stück Kürbis etwas Öl und Gewürze abbekommen hat. Den EL Butter in 3-4 Stücke aufteilen und über den Kürbis in der Auflaufform verteilen. Den Kürbis für ca. 20-30 Minuten auf der mittleren Schiene in den Backofen geben, er sollte gar sowie goldbraun sein bevor Ihr ihn herausnehmt. Nachdem er dieses Ziel erreicht hat, aus dem Backofen nehmen und mit einer Gabel ganz grob zerdrücken, jedoch nicht zu Kürbismus verarbeiten, es sollten noch Stücke erhalten bleiben.

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze umschalten. Das Ei in eine Tasse geben und mit der Gabel verquirlen.

Den Blätterteig abrollen und in der Mitte halbieren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, eine Hälfte Blätterteig darauf geben und mit den Händen ein bisschen platt drücken. Die komplette Kürbismasse jetzt auf den Blätterteig geben, an jeder Seite einen Rand von ca. 1 cm lassen. Die Ränder von außen nach oben auf den Kürbis schlagen und mit dem verquirlten Ei bestreichen. Die zweite Hälfte Blätterteig von oben auf die Kürbismasse legen und die Ränder fest andrücken. Sollte hier etwas Teig übrig sein, könnt Ihr die Oberseite der Pastete noch mit etwas Blätterteig verzieren. Sobald Ihr die Oberseite der Pastete festgedrückt habt, mit einem scharfen Messer 2-3 Schlitze in den Deckel schneiden, so platz sie während des Backen nicht auf. Die Oberseite nun mit verquirltem Ei bestreichen und Kürbiskernen bestreuen.

Die Kürbispastete auf mittlerer Schiene für ca. 25-30 Minuten backen bis sie schön goldbraun ist. Aus dem Ofen nehmen und ca. 5 Minuten ruhen lassen. Jetzt entweder warm servieren, oder aber komplett erkalten lassen und am nächsten Morgen in die MittagsBox packen!

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Ich bin immer noch hin und weg von der Kürbispastete, sie ist soooo lecker! Was mir ausgesprochen gut gefällt, ist der Geschmack des Zimt der während des Backen wunderbar in den Kürbis einzieht. Die Kürbispastete ist so lecker das ich sie gestern Abend direkt nochmal gebacken habe und sie sich heute wieder in unserer MittagsBox befindet. In meiner MittagsBox sind zusätzlich noch ein paar grüne Böhnchen, angebraten in guter Butter mit etwas Parmaschinken, enthalten. Außerdem nach: Möhrenblumen, eine Cocktailtomate, ganz viele Granatapfelkerne, Nüsse, getrocknete Bananenchips und eine getrocknete Feige.

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Nun zu meinem persönlichen Fazit des Buches „Das Küchentagebuch – Mit 250 Rezepten durch das Jahr“: Das Buch ist sehr dick, womit man sich zu Beginn ein wenig anfreunden muss, gerade dann, wenn man wie ich nicht gerne dicke Schinken ließt 😉 Fängt man jedoch einmal mit dem Buch an und hat sich darauf eingelassen, dann versinkt man mit Sicherheit eine Weile darin. Mal eben so auf die Schnelle aus diesem Buch ein Rezept heraussuchen ist jedoch nicht ganz so einfach, man muss sich auf Slaters Einführungsgeschichten zu jedem Rezept einlassen, denn sonst fehlt ein wenig der Zusammenhang zu dem Rezept. Aber auch das sollte niemanden davon abhalten sich dieses Buch anzuschaffen, denn es ist ein Buch zum Schmökern und dazu immer einen Stapel Notizzettel, eine warme Tasse Tee oder Kakao und ein gutes Stück Kuchen. Geschichten und Rezepte lesen und sich dabei in die Küche von Nigel Slater träumen. Die Rezepte sind recht einfach gehalten, ohne großen Schnickschnack und sonderbare Zutaten. Wie Slater selbst in der Einleitung schreibt, sind sie dazu gedacht, nach einem Arbeitsreichen Tag, schnell und ohne großes Aufsehen etwas warmes auf den Teller zu bekommen.

Wer zu jedem Rezept jedoch ein Foto sucht, der ist bei diesem Buch definitiv falsch, denn das sucht er vergebens. Nicht viele Rezepte besitzen ein Foto, dafür in der Regel immer eine kleine Geschichte zur Einleitung, die erklärt, wie es zu diesem Rezept oder den Zutaten gekommen ist. Gegliedert ist das Buch in Jahreszeiten, was mir persönlich sehr gut gefällt, denn so sucht man nicht großartig nach einem Rezept mit saisonalen Zutaten, sondern weiß, spätestens ab Oktober sollte man auch Kürbisrezepte finden.

Es ist ein Buch für Hobbyköche die schnelle und einfache Rezepte suchen, sich aber dennoch nicht daran stören wenn es mal kein Foto des Rezeptes gibt und sich über eine Geschichte mal kurz und knapp und beim nächsten Rezept vielleicht doch mal etwas länger freuen! Für Fans von Nigel Slater ist es denke ich ein Muss, bei mir handelt es sich um das erste Buch von ihm und was ich bisher daraus mitgenommen habe, hat mich begeistert!

Ich bedanke mich beim DUMONT-Verlag, das mir dieses Buch kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde und ich es rezensieren durfte, es hat mir sehr viel Freude bereitet und dieses Rezept war sicherlich nicht das letzte, welches es aus diesem Buch hier auf dem Blog gegeben hat.

Mit gesundem und leckeren aus der Box,

Eure LeckerMone 🙂

Kürbispastete
Reicht für 3
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Vorbereitungszeit
15 min
Kochzeit
1 hr
Gesamtzeit
1 hr 15 min
Vorbereitungszeit
15 min
Kochzeit
1 hr
Gesamtzeit
1 hr 15 min
Zutaten
  1. - 600 g Kürbisfleisch, bereits geschält und gewürfelt (z.B. Hokkaido)
  2. - 2 EL Rapsöl
  3. - 1 EL Butter
  4. - 1/2 TL Zimt
  5. - Salz & Pfeffer aus der Mühle
  6. - 1 Rolle Blätterteig (270 g)
  7. - 1 Ei
  8. - 1-2 EL Kürbiskerne
Anleitung
  1. Den Backofen auf 200°C Umluft kurz aufheizen. Den bereits geschälten und in ca. 2 x 2 cm groß gewürfelten Kürbis in eine Auflaufform geben. Rapsöl, Zimt und Salz & Pfeffer (eine ordentliche Menge) hinzugeben und gut vermischen, so dass jedes Stück Kürbis etwas Öl und Gewürze abbekommen hat. Den EL Butter in 3-4 Stücke aufteilen und über den Kürbis in der Auflaufform verteilen. Den Kürbis für ca. 20-30 Minuten auf der mittleren Schiene in den Backofen geben, er sollte gar sowie goldbraun sein bevor Ihr ihn herausnehmt. Nachdem er dieses Ziel erreicht hat, aus dem Backofen nehmen und mit einer Gabel ganz grob zerdrücken, jedoch nicht zu Kürbismus verarbeiten, es sollten noch Stücke erhalten bleiben.
  2. Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze umschalten. Das Ei in eine Tasse geben und mit der Gabel verquirlen.
  3. Den Blätterteig abrollen und in der Mitte halbieren. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, eine Hälfte Blätterteig darauf geben und mit den Händen ein bisschen platt drücken. Die komplette Kürbismasse jetzt auf den Blätterteig geben, an jeder Seite einen Rand von ca. 1 cm lassen. Die Ränder von außen nach oben auf den Kürbis schlagen und mit dem verquirlten Ei bestreichen. Die zweite Hälfte Blätterteig von oben auf die Kürbismasse legen und die Ränder fest andrücken. Sollte hier etwas Teig übrig sein, könnt Ihr die Oberseite der Pastete noch mit etwas Blätterteig verzieren. Sobald Ihr die Oberseite der Pastete festgedrückt habt, mit einem scharfen Messer 2-3 Schlitze in den Deckel schneiden, so platz sie während des Backen nicht auf. Die Oberseite nun mit verquirltem Ei bestreichen und Kürbiskernen bestreuen.
  4. Die Kürbispastete auf mittlerer Schiene für ca. 25-30 Minuten backen bis sie schön goldbraun ist. Aus dem Ofen nehmen und ca. 5 Minuten ruhen lassen. Jetzt entweder warm servieren, oder aber komplett erkalten lassen und am nächsten Morgen in die MittagsBox packen!
Abgeändert von Küchentagebuch Nigel Slater
Abgeändert von Küchentagebuch Nigel Slater
LeckerBox.com http://blog.leckerbox.com/

2 Gedanken zu „Kochbuchrezension & LeckerBox #97: Kürbispastete nach Nigel Slater’s Küchentagebuch…

  1. Das Küchentagebuch ist wirklich ein Traum, liebe Simone! Ich bin auch ganz begeistert davon und kann mich kaum entscheiden, welches Rezept ich denn eigentlich zuerst ausprobieren soll. Die Parmesannudeln habe ich unbewusst schon nachgekocht, Rosenblätter sind kandiert… jetzt könnte ich eigentlich loslegen, was? 😉
    Deine Kürbispastete sieht auch traumhaft aus! Hach ja, es ist wie Du sagst: Urlaub müsste man haben um mal in Ruhe zu schmökern!
    Ganz liebe Grüße,
    Ylva

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