13 Jan

Overnight-Bagels ohne Stress mit ganz viel Schlaf…

Klar, man kann Bagels selber zubereiten und backen, wenn man sich denn mit Hefe angefreundet hat… 😉 Da ist es also wieder, mein leidiges Thema mit den vier Buchstaben: Hefe 😉 Aber ich habe mich ja wirklich gebessert, im letzten Jahr habe ich bereits mehr mit Hefe zubereitet als im Jahr zuvor und es hat auch wirklich gut funktioniert muss ich sagen. An Bagels hatte ich mich bereits vor 3-4 Jahren schon mal versucht. Ich kann mich noch genau dran erinnern: es hat mich damals total aufgeregt, dass der Teig so lange ruhen musste. Ich wollte doch in nur 2 Stunden frische Bagels haben, ich war einfach zu ungeduldig mit der Hefe. Die Bagels hatten damals zwar ihre richtige Form, aber sie sind überhaupt nicht aufgegangen und waren sehr fest, quasi kleine Wurfgeschosse… 😉

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Aber jetzt wird alles anders, ich möchte mehr mit Hefe machen und die ersten Versuche habe ich ja bereits gestartet. Den Vorsatz mit dem Brot backen habe ich zwar noch ein wenig hinten angestellt, aber vielleicht kommt es ja bald sogar so weit, dass ich mein Brot nur noch selber backe, mal sehen. Zu den Anfängen in diesem Jahr zählt der erneute Versuch von Bagels. Da man frische Bagels üblicherweise am Wochenende Morgens duftend aus dem Ofen ziehen möchte, müsste man sehr früh aufstehen für den Hefeteig. Aber es gibt zum Glück die so genannte Übernacht-Methode. Entsprechende Rezepte fand ich recht schnell, aber wie sollte ich 10 Bagels auf einem Backblech über Nacht im Kühlschrank unterbringen? Das war schlichtweg nicht möglich, der Kühlschrank war voll. Ich stieß auf das Rezepte von Hefe-und-mehr, sowie die Variante von Milchmädchen. Ein Bagel-Rezept mit ganz wenig Hefe, bei dem die Bagels über Nacht nicht in den Kühlschrank müssen, sondern bei Zimmertemperatur ruhen können.

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Ich muss Euch sagen, ich bin von diesem Rezept absolut begeistert. Man kann den Teig abends vorbereiten, dann darf er ein Stündchen ruhen, anschließend werden die Bagels geformt und dann heißt es bis zum nächsten Morgen warten. Die Bagels dürfen schlafen und man selbst auch… 😉 Am nächsten Morgen werden sie kurz im siedenden Wasserbad aufgeweckt, mit Körnern bestreut und dann heißt es im 250°C heißen Backofen goldbraun backen. Und davon, dass mir während dem Bestreuen mit Körnern ein riesiges Glas mit Haferflocken auf den Küchenboden mit Fliesen gefallen ist, und es eine riesige Flockenschweinerei mit Scherben gab, davon wollen wir mal gar nicht sprechen… 😉

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Rezept für 10 Bagels nach der Übernacht-Methode:

  • 260 g warmes Wasser (max. 37°C warm)
  • 20 g Reissirup (alternativ Zucker, Agavendicksaft, Honig)
  • 30 g Butter
  • 2-3 g Trockenhefe (nicht mehr)
  • 10 g Salz
  • 250 g Dinkelmehl Typ 630
  • 250 g Dinkel-Vollkornmehl
  • Körner zum bestreuen (z.B. Mohn, Sesam, Leinsamen, Haferflocken, Sonnenblumenkerne)

Das Wasser auf maximal 37°C erhitzen, den Reissirup und die Butter darin auflösen. Anschließend die Hefe hinzugeben, gut umrühren und 10 Minuten quellen lassen. In der Zwischenzeit das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben und mischen. Die Hefeflüssigkeit zu dem Mehl geben und mit den Händen mindestens 10 Minuten ordentlich durchkneten. Ja wirklich soooo lange, denn das Ziel ist die mittlere Glutenbildung. Außerdem benötigt Ihr dann einen Tag kein Krafttraining für die Arme, das hat sich hiermit erledigt.

Den Teig jetzt zugedeckt bei Zimmertemperatur mindestens 1 Stunde ruhen lassen. Anschließend den Teig in 10 gleich schwere Portionen teilen. Am besten den gesamten Teig wiegen und durch 10 teilen. Bei mir waren es pro Bagelportion genau 81 g, der Teil hatte also ein Gesamtgewicht von 810 g. Jede Portion zu Bällchen formen, etwas platt drücken und mit dem Stiel eines Holzlöffel ein Loch herein bringen, so dass zwei Finger hindurch passen. Den Teig jetzt über die beiden Finger stecken und darüber im Kreis laufen lassen, bis die Bagel-Form erreicht ist. Nicht zu schnell schleudern, sonst fliegt der ganze Bagel durch die Küche wie ein Hulahopring. Mit allen zehn Teigportionen so verfahren. Die Bagels anschließend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit einem Küchenhandtuch zudecken und über Nacht (8-10 Stunden) ruhen lassen.

Am nächsten Morgen einen großen Topf mit Wasser zum Sieden bringen. Den Backofen auf 250°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Die Bagels von jeder Seite ca. 30 Sekunden in das siedende Wasser geben, beim Herausnehmen abtropfen lassen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Jetzt direkt im noch feuchten noch Zustand mit Körnern nach Wahl bestreuen. Im vorgeheizten Backofen für ca. 15 Minuten goldbraun backen.

Hinweis: Wasser siedet bei 99,98°C, Wasser kocht bei100°C. Das Wasser für die Bagels sollte jedoch nicht kochen. Entweder Ihr bringt es kurz zum kochen, schaltet dann die Herdplatte aus und wartet bis das Wasser nicht mehr blubbert. Oder Ihr stellt die Herdplatte kurz vorm Kochen des Wassers einfach aus.

Aus dem Backofen nehmen und auf einem Kuchengitter ein wenig auskühlen lassen.

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Die Bagels zum Frühstück servieren oder in eine LeckerBox packen. Mein Favorit sind Bagels mit Käse und Tomate, mit Brie und Blaubeermarmelade oder mit Tomatenquark! Ein perfektes Sonntagsfrühstück, und das ganz ohne Hefestress am Morgen, denn Ihr lasst den Teig einfach genau so lange schlafen wie Ihr selber gerne schlaft! 😉

Habt einen wunderbaren Start in die neue Woche…

Mit gesundem und leckeren aus der Box,

Eure LeckerMone 🙂

6 Gedanken zu „Overnight-Bagels ohne Stress mit ganz viel Schlaf…

  1. Ich warte auch noch auf den Tag, an dem mir etwas über die Dielen auskippt und dazwischen läuft. Ich hoffe, dass kommt so bald nicht.

    Die Bagels werde ich jedenfalls auch mal ausprobieren. Gegen ein bisschen Schlaf ist schließlich nichts einzuwenden. Gestern bin ich auch extra zum Brioche backen früher aufgestanden.

    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche.
    Ilona

  2. Mhhh, das klingt super!
    Das Hefe-Problem habe ich auch, ich bin leider auch zu ungeduldig. Und die wenigen Male, die ich mich am Hefeteig versucht habe, sind leider fehlgeschlagen.
    Dabei hat meine Grußmutter immer ganz wunderbare Dampfnudeln gemacht und ich würde die sooo gerne genauso hinbekommen, aber leider klappt das einfach nicht.
    Ein einfaches und sehr leckeres Brotrezept ist für mich das „faule Brot“ – das müsste dir gefallen. Ich verlinke einfach mal auf meinen Blog: http://bestmade.wordpress.com/2011/11/01/diy-tipp-faules-brot/
    Liebe Grüße

  3. Liebe Simone,

    die Bagels sehen phänomenal aus – da möchte ich direkt reinbeißen! Das mit dem selber Brotbacken will ich in diesem Jahr auch wieder anfangen (zumindest ab und zu). Habe das zu Studentenzeiten auch schon mal gemacht, bin dann aber aus Zeitgründen wieder davon abgekommen. Aber wenn ich mir deine Bagel so ansehe, denke ich mir: es lohnt sich einfach!

    Liebe Grüße
    Maren

  4. Hallo Mone, wenn man/ frau den Bogen erst mal raus hat mit der Hefe ist das fast eine Gelinggarantie. Die Heißwassermethode klingt spannend, probier ich mal aus. Eine Freundin bäckt nach einem Blitzheferezept ihrer Mutter bei dem der nackte Teigklumpen in das mit warmen Wasser gefüllten Waschbecken kommt.
    Ich habe mich in das nächste Level des Sauerteigbrotes gewagt. Nach 2 Fehlversuchen mit einer langjährigen Hobbybäckerin Fehleranalyse betrieben, von da an sind alle perfekt gelungen. Und alles ohne Waage; Messbecher oder Thermometer. So halten wirs auch bei Hefe. Alles nach Nase und Gaumenprobe. Wems nicht gelingt, kann ich nur empfehlen mal mit einer Freundin zu backen, bei ders klappt!!! Liebe Grüße Nadine

  5. Gut, ge‘? Kleiner Tipp noch für die Übernachtruhe: Wer mit Frischhaltefolie als Abdeckung arbeitet, tut gut daran, die Folie oder die teiglinge vorher ein wenig einzuölen. dann geht’s morgens nämlich auch wieder ab…

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