15 Jul

Alle Jahre wieder „Erdbeerliebe“: Marmelade ohne Gelierzucker und Zitronen-Mohn Scones mit Buttermilch…

Ich war letztens auf dem Erdbeerfeld, zusammen mit Anja von Anja-Piranja. Vor einigen Wochen hatten wir uns schon verabredet, sobald die Erdbeeren reif sind, gehen wir Erdbeeren pflücken. Am 7.7, also gestern vor einer Woche war es dann soweit, wir trafen uns zum Erdbeeren pflücken. Wir hatten uns natürlich das beste Wetterchen ausgesucht, die Sonne stand hoch am Horizont, und so wanderten wir beide in kurzer Hose und T-Shirt, bewaffnet mit Eimer und Erdbeerkörbchen zum Erdbeerfeld. Um kurz nach 10:00 Uhr waren wir auf dem Feld angekommen, es war schon einiges los, als wir Eimer und Körbchen abwiegen ließen und dann weiter stapften zu dem uns zugewiesenen Feld.

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Leider musste man sehr gut aufpassen beim Pflücken, denn es hingen bereits sehr viele matschige und schimmelige Erdbeeren an den Pflanzen. Das hielt uns aber natürlich nicht ab, das ist halt Natur! Aber eines ist mir beim Erdbeeren pflücken bewusst geworden, es ist eine Heidenarbeit Erdbeeren zu pflücken. Da dürfen wir uns eigentlich gar nicht über die Preise der Erdbeeren beschweren, denn das geht ganz schön in den Rücken. Und es ist eine Arbeit, die man auch beim besten Willen nicht automatisieren kann. Erdbeeren pflücken ist und bleibt Handarbeit. Nachdem Körbchen und Eimer voll, ein paar Fotos geschossen, die Beeren gewogen und bezahlt waren, ging die Sonntagswanderung weiter. Der Weg führte uns zu einem weiteren kleinen Feld, auf dem man Blumen pflücken konnte. Nachdem dann auch jeder von uns sein Sträußchen Blumen gepflückt hatte, traten wir den Heimweg an und hielten noch ein kleines Schwätzchen bei Anja auf der Terrasse. Bis wir uns dann verabschiedeten, denn wir hatten ja noch beide Arbeit vor uns, die Beeren wollten ja schließlich auch verwertet werden.

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Zuhause angekommen, starte ich dann meinen ersten Versuch mit Erdbeermarmelade „ohne“ Gelierzucker! Lange stand es ja schon auf meiner Liste, Marmelade ohne Gelierzucker. Bis vor kurzem war ich mir jedoch noch nicht klar, wie genau ich den Gelierzucker ersetzen wollte. Es gibt da so einige Varianten. In Cuxhaven hatte ich im Bio-Supermarkt „Konfitura“ von „BioVegan“ entdeckt, ein natürliches Geliermittel für Marmelade. Hierbei handelt es sich um ein Gliermittel auf Pektinbasis. Zusätzlich zu Konfitura kann dann nach belieben auf 500 g Früchte ca. 80 – 150g Süßungsmittel zugegeben werden. Ich habe ein bisschen rumexperimentiert und für mich das perfekte Mischungsverhältnis gefunden. Daraus entstanden ist: Erdbeermarmelade pur, Erdbeermarmelade mit Vanille sowie Erdbeer- Aprikosenmarmelade. Nachfolgend findet Ihr jetzt die Zutatenliste für alle 3 Sorten Marmelade, sowie die Grundzubereitung.

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Erdbeermarmelade pur (ca. 4-5 Gläschen):

  • 1 kg Erdbeeren (bereits gewaschen und geviertelt)
  • 4 EL Zitronensaft
  • 100 g Reissirup, evtl. mehr, kommt drauf an wie süß Ihr es mögt (alternativ Agavendicksaft, Honig, Ahornsirup oder Zucker)
  • 40 g Konfitura

Erdbeermarmelade mit Vanille (ca. 4-5 Gläschen):

  • 1 kg Erdbeeren (bereits gewaschen und geviertelt)
  • 4 EL Zitronensaft
  • 100 g Reissirup, evtl. mehr, kommt drauf an wie süß Ihr es mögt (alternativ Agavendicksaft, Honig, Ahornsirup oder Zucker)
  • 40 g Konfitura
  • 1 TL Bourbon-Vanillepulver

Erdbeer- Aprikosenmarmelade (ca. 4-5 Gläschen):

  • 500 g Erdbeeren (bereits gewaschen und geviertelt)
  • 500 g Aprikosen (gewaschen, entkernt und gewürfelt)
  • 4 EL Zitronensaft
  • 100 g Reissirup, evtl. mehr, kommt drauf an wie süß Ihr es mögt (alternativ Agavendicksaft, Honig, Ahornsirup oder Zucker)
  • 40 g Konfitura

Zubereitung:

Früchte mit Zitronensaft und Süßungsmittel (Vanillepulver) mischen in einen ausreichend großen Kochtopf geben und ein paar Minuten durchziehen lassen. Die Früchte mit dem Pürierstab ordentlich durchmixen, bis keine Stückchen mehr vorhanden sind. Konfitura langsam in die Masse rieseln lassen und mit dem Schneebesen kräftig rühren, es dürfen keine Klümpchen entstehen. Kochtopf auf den Herd stellen und unter rühren zum Kochen bringen. Die Marmelade ca. 3 Minuten unter Rühren kochen. Jetzt macht Ihr am besten eine „Gelierprobe“! Dazu gebe ich einen kleinen Teller ein paar Minuten ins Gefrierfach und anschließend einen TL der heißen Marmelade darauf. Geliert sie, und hat die von Euch gewünschte Konsistenz, dann ist die Marmelade gut. Diese jetzt in vorbereitete Twist-Off Gläser füllen, mit einem Deckel verschließen und für 5 Minuten auf den Kopf stellen. Marmeladengläser wieder umdrehen und auskühlen lassen.

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Und damit Ihr die Erdbeermarmelade nicht pur essen müsst, ok, ich gebe zu, auch das wäre keine Schande, bekommt Ihr von mir noch das Rezept für die Zitronen-Mohn Scones mit Buttermilch.

Zutaten für ca. 14 Stück:

  • 300 g Dinkelmehl 630
  • 1/2 Pck. Weinsteinbackpulver
  • 75 g kalte Butter in Stücken
  • 3 EL Reissirup (alternativ brauner Zucker oder Agavendicksaft)
  • 150 ml Buttermilch
  • 1 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 3-4 EL Zitronensaft
  • 2 EL Mohn
  • Buttermilch zum bestreichen
  • 1 Bogen Backpapier

Mehl, Backpulver und kalte Butter in eine Rührschüssel geben. Die Butter mit den Händen in das Mehl kneten. Reissirup, Buttermilch, Mohn, Zitronensaft und abgeriebene Zitronenschale hinzufügen und mit den Händen zu einem schönen, glatten geschmeidigen Teig verarbeiten. Er sollte nicht kleben, ansonsten noch ein bisschen Mehl hinzugeben.

Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche oder einem Bogen Backpapier ca. 1 cm dick ausrollen und nun Kreise (ca. 6-8 cm) ausstechen. Wie Ihr bereits schon wisst, steche ich meine Scones immer mit einem Weißweinglas aus, denn die Kanten sind so schön dünn, dass dies wirklich gut funktioniert. Aber Vorsicht, nicht zu feste auf das Weinglas drücken, Bruchgefahr ;-). Vielleicht nehmt Ihr aber auch ein normales Glas oder eine Ausstechform.

Den Backofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Scones auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit etwas Buttermilch bepinseln. Für ca. 10 – 15 Minuten goldgelb backen.

Am besten schmecken Scones natürlich lauwarm, mit etwas Butter und Erdbeermarmelade aber auch abgekühlt sind sie immer wieder der Hit! 😉

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Achja, und noch ein kurzes Fazit zur Erdbeermarmelade ohne Gelierzucker: Die Zubereitung ist genau so einfach und schnell wie Marmelade mit Gelierzucker. Die Konsistenz und der Geschmack meiner Meinung nach wesentlich besser. Man kann es eher mit einem angedickten Fruchtpüree vergleichen, als mit Marmelade. Sie ist wesentlich intensiver im Geschmack und schmeckt mehr nach Früchten. Den Farbvergleich könnt Ihr vielleicht bereits auf den Fotos erkennen, sie ist intensiver in der Farbe und nicht durchsichtig. Marmelade mit Gelierzucker ist meiner Meinung nach immer etwas durchsichtig. Zur Haltbarkeit kann ich natürlich noch nichts sagen, denn es ist erst zwei Wochen her, dass ich sie zubereitet habe. Ich glaube länger als 4 Monate werden die Gläschen auch hier nicht überleben. Ein paar werden verschenkt und der Rest selber genossen 😉

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche, genießt die Erdbeeren so lange sie noch da sind und konserviert noch ein paar Kilo in Form von Marmelade, dann überlebt Ihr sicherlich auch den Herbst und Winter 😉

Mit gesundem und leckeren aus der Box,

Eure LeckerMone 🙂

9 Gedanken zu „Alle Jahre wieder „Erdbeerliebe“: Marmelade ohne Gelierzucker und Zitronen-Mohn Scones mit Buttermilch…

  1. Du liebe, ein schöner Bericht! Ich war ja sehr gespannt auf dein Experiment, schön, dass es geglückt ist. Hach, Scones, die lass ich mir im Urlaub backen 🙂
    Das war ein schöner Sonntagmorgen mit dir, liebe Grüße
    Anja

  2. Wahnsinn, bei deinen Fotos läuft mir das Wasser im Mund zusammen, obwohl ich Erdbeermarmelade überhaupt nicht leiden kann!

    Ich hab auch mal Marmelade mit Reissirup gemacht, war wirklich ganz lecker. Dieses Konfitura muss ich auch mal suchen.

    Lieben Dank für das schöne Rezept!

  3. Meines Wissens ist Gelierzucker nichts anderes als Zucker + Pektin (zumindest bei 1 : 1 Früchte zu Zucker). Bei 2 : 1 und 3 : 1 ist dann noch Konservierungsmittel dabei. Eigentlich ist der viele Zucker Konservierungsmittel an sich. Reduziert man ihn, geht das zu Lasten der Haltbarkeit. Bei 1 : 1 braucht man für die meisten Früchte keinen Pektinzusatz, sie enthalten selbst genug Pektin, welches für das Steifwerden der Marmelade zuständig ist (Ausnahme sind säurearme Früchte wie Erdbeere, Pfirsich u. a.). Deswegen wurden Marmeladen früher oft aus gemischten Früchten gekocht oder Zitrone zugegeben (dann geliert es auch besser). Eine „richtige“ Marmelade, nur aus Zucker und Früchte 1 : 1, kann man nach dem Öffnen ohne Kühlung wochenlang aufbewahren, ohne dass sie schimmelt. Zuckerreduzierte Marmeladen sollten nach dem Öffnen gekühlt aufbewahrt werden und zügig verbraucht werden.
    Statt Haushaltszucker kann man Birkenzucker (Xylit) verwenden. Dieser hat die gleichen konservierenden Eigenschaften, schmeckt genauso wie Zucker, hat nur 40 % der Kalorien und – tätäää – ist ein Zahnfreund/Karieskiller. Bei uns kommt Zucker nur noch dort zum Einsatz, wo er durch Birkenzucker nicht ersetzt werden kann (z. B. Hefeteig, Obstweinbereitung etc.).

    • LeckerMone

      Das Gelierzucker eine Verbindung von Zucker und Pektin ist, das ist klar. Aber mir geht es ja darum den Haushaltszucker (raffinierten Zucker) aus der Marmelade zu ersetzen. Ich bin kein Freund von Xylit, da auch das chemisch hergestellt wird…

  4. Mhh, ich liebe Erdbeeren in jeder Form und auch Marmelade habe ich dieses Jahr schon gezaubert. Erdbeer-Nektarine auch sehr köstlich (und natürlich auf meinem Blog zu finden 😉 )
    Den Tipp Marmelade ohne herkömmlichen Gelierzucker herzustellen, finde ich super. Vielen Dank und guten Appetit 🙂

  5. Hach, Aprikosen. Lecker. Lecker. Lecker.
    Leider kann ich dieses Mal nicht mit dabei sein. Juli fährt nämlich für ein paar Tage in den „ich futter mich durch alle veganen Restaurants in Prag“-Urlaub 🙂 Aber bei der nächsten Box bin ich wieder mit von der Partie, versprochen! Ausser es geht um Rosinen oder Oliven 😀

  6. Marmelade ohne Gelierzucker, das werde ich mir mal für nächstes Jahr im Kopf behalten. Ich mache meine Marmelade immer im Verhältnis 2:1 und ich finde die schmeckt schon wesentlich fruchtiger, als die mit der konventionellen 3:1 Methode.
    Liebe Grüße
    Susanne

  7. Pingback: LeckerBox.com » Blog Archive » Post aus meiner Küche #5: Zusammen schmeckt’s besser…

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