29 Mai

MittwochsBox #17: Kindheitserinnerungen mal anders: Stielmus, Rübstiel oder „Müschen“!

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Viel Gemüse habe ich als Kind nicht gegessen, aber eines habe ich geliebt und liebe es auch heute noch: Stielmus! Kennt Ihr Stielmus, Rübstiel, oder wie meine Oma es früher immer nannte: Müschen? Bei besagtem Gemüse handelt es sich um die als Gemüse verwendeten Blätter und Stiele von Speiserüben oder Kohlpflanzen. Weit verbreitet ist dieses Gemüse in Deutschland nicht, hauptsächlich bekannt ist es in Nordrhein-Westfalen und auch da eigentlich fast nur im Rheinland und in Westfalen. Heutzutage ist es recht selten, dass man in Supermärkten Stielmus bekommt, daher war ich umso erfreuter, dass die Flotte Karotte zur Zeit Stielmus im Sortiment hat.

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Bei meiner Oma wurde Stielmus früher selbst angebaut und direkt aus dem Garten geerntet. Das typische Gericht dafür ist Kartoffeln mit Stielmus untereinander. Dazu gab es dann z.B. Mettwürstchen oder Rippchen. Schaut doch vielleicht mal hier oder hier, ich habe auf zwei Blogs das typische Stielmus Rezept gefunden. Stielmus mit Kartoffeln untereinander gemischt schmeckt himmlisch lecker, aber das kalt in einer LeckerBox konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen. Außerdem wollte ich doch mal etwas neues ausprobieren. Also gab es das Stielmus bei mir diesmal nicht typisch zubereitet, sondern zusammen mit Reis in einem leichten Buttermilchsud.

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Stielmus sollte übrigens direkt frisch verarbeitet werden, denn es hält sich nicht lange, die Blätter sind recht empfindlich und fallen sehr schnell zusammen. Daher am besten direkt nach dem einkaufen verarbeiten, oder ein paar Stunden eingewickelt in ein feuchtes Küchentuch im Kühlschrank aufbewahren.

Rezept für 2-3 Portionen:

    • 200g Wildreis
    • 2 Bund Stielmus à 250 g
    • Olivenöl
    • 1/2 EL geschrotete Senfkörner
    • Salz & Pfeffer
    • 200 ml Buttermilch
    • 1 EL Speisestärke (Maisstärke) oder Reismehl zum binden
    • etwas Wasser

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Ich schneide das Stielmus immer zuerst klein und wasche es anschließend in einer großen Schüssel, also: Stielmus klein schneiden, in ca. 2 cm große Stücke, anschließend waschen und abtropfen lassen. Reis nach Packungsanweisung gar kochen, abschütten und beiseite stellen. Senfkörner mit einem Mörser zerkleinern.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Stielmus und Senfkörner hinzugeben und so ca. 10 Minuten andünsten, die Stiele sollten schon etwas weich sein. Buttermilch hinzufügen und mit Salz & Pfeffer würzen. Weitere 5-10 Minuten köcheln lassen. 1 EL Speisestärke oder Reismehl mit etwas Wasser verrühren, in die Pfanne geben und weitere 5 Minuten köcheln lassen, bis der Sud etwas gebunden ist.

Jetzt entweder zuerst den Stielmus auf einen tiefen Teller geben und den Reis darauf anrichten, oder aber den Reis mit dem Stielmus komplett vermischen. Wenn die Speise in eine LeckerBox gefüllt werden soll, dann empfehle ich Reis und Steilmus zu mischen und komplett erkalten zu lassen. Es sei denn, ihr habt eine Thermo-Dose, dann könnt Ihr natürlich den warmen Stielmus in die Dose geben. Oder aber am nächsten Morgen nochmals kurz aufwärmen und dann in die Thermo-Dose füllen.

Es sieht sehr hübsch aus, wenn Ihr ein paar Blätter vom Stielmus beiseite legt und diese zum garnieren verwendet.

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Na, wie findet Ihr meine Stielmus-Abwandlung? Aber viel mehr würde mich ja mal interessieren, wer von Euch alles Stielmus überhaupt kennt?

Und nun, bin ich sehr gespannt auf Eure grünen MittwochsBoxen!

Mit gesundem und leckeren aus der Box,

Eure LeckerMone 🙂

16 Gedanken zu „MittwochsBox #17: Kindheitserinnerungen mal anders: Stielmus, Rübstiel oder „Müschen“!

  1. Stielmus – nie gehört … bis vor einem Jahr. Ich konnte irgendwie auch nicht richtig herausfinden, was das sein soll. Zum ersten mal gesehen habe ich es jetzt auf einem Gemüsestand am grünen Markt, so als Bund wie auf Deinem Foto. Der hat ein tolles Angebot auch abseits des Mainstreams – Pak Choi, junge Rote Bete mit Grün, Mairübchen (mit Grün) … Die Verkäuferin sagte mir, das Grün der Mairübchen könne man als Gemüse kochen. Allerdings sind die Blätter schon etwas größer (mit mehr Stiel). Und eine ältere Kollegin meiner Mutter bekam das Kohlrabigrün aus unserem Garten (das war nicht so lederartig wie von gekauften) für ihr geliebtes Kohlrabigemüse. Danke für den informativen Artikel, wieder was gelernt.

  2. Stielmus kenne ich auch 🙂 aber ich komm ja auch aus dem Rheinland. Bei uns gibt es ihn meist ähnlich zubereitet wie Grünkohl. Aber wir haben auch schon mal etwas mit Spaghetti gemacht meine ich. Ich mag es. Ist aber viel Arbeit irgendwie.
    Die Flotte Karotte kannte ich noch nicht. Tolle Idee! Leider bin ich dafür zu wenig zu Hause und hinters Haus kommt man auch nicht. Naja. Liebe Grüße

  3. Stielmus? Na, das kannte ich bisher auch nocht nicht! Liest sich jedenfalls sehr interessant, und vorallem schön grün 😉

    Mal überlegen: meine kulinarischen Kindheitserinnerungen sind Fischstäbchen, Osterfladen, Bananenschiffchen und das Beste: Rhabarberstangen im Zucker getunkt 😉

  4. Stielmus, abgedreht. Da hast du wieder ein weiteres Gemüse zu meinem gedankliches Lexikon hinzugefügt. Klingt wirklich lecker, nur werd ich als Thüringer-Girl wohl nie daran kommen. Aber ich halte weiter Ausschau 🙂

  5. Synonyme der Pflanze im Deutschen sind Rübstielchen, Stängelmus, Stängelripsen, Stielmus, im westfälischen Platt auch Streppmaut.

  6. Du gehörst zu meinen absoluten Lieblingsblogs und deshalb möchte ich dir den „Liebster Blog Award“ verleihen. Du kannst ihn dir auf http://abnehmmotivation.wordpress.com/ abholen. Es würd mich freuen, wenn du ihn annimmst! Fühl dich bitte nicht verpflichtet diesen „Kettenaward“ weiterzufürhen. Ich schcke ihn dir weil dein Blog für mich einfach SUPER ist 😀

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