25 Mrz

BentoBox, LunchBox, Brotdose, Stullendose – Essen für unterwegs!

Ich möchte heute auf die Geschichte der japanischen „BentoBox“ eingehen, sowie einen Vergleich zur amerikanischen „LunchBox“ sowie zu den deutschen „Pausenbroten“ ziehen. Für mich ist die Zubereitung mittlerweile in den Alltag übergegangen, auch wenn ich die LeckerBox mehr in europäischem Stil zubereite. Viele von Euch wissen aber vielleicht gar nicht so richtig, wo das Bento überhaupt her kommt.

Unterstützt werde ich heute mit Bildern Token (Bento-Lunch-Blog), Sarah (Bentoriffic), Danii (Lecker Bentos und mehr) und Trina (Nuesselkram), die mir Bilder für ein japanisches Bento, eine Amerikanische LunchBox und eine deutsche Brotdose zur Verfügung gestellt haben.

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(Beispiel für japanische Bentos, Bilder von Token von http://bento-lunch-blog.blogspot.de)

Das „Bento“ bezeichnet in Japan die Darreichungsform von Speisen. In einem dafür bestimmten kastenförmigen Behälter werden mehrere Speisen getrennt von einander aufbewahrt. Das Bento gibt es bereits seit dem 5. Jahrhundert in Japan. Zu beginn handelte es sich um Bambusröhrchen, die sogar antiseptisch gewirkt haben sollen. Einige Zeit später nutze man kleine Holzdosen für die Bentos, die teilweise nach dem Verspeisen sogar weggeworfen wurden. So hatte man während der Jagd, Feldarbeit oder in der Schlacht gegen den Feind sein Essen leicht verfügbar. Die Bentos wurden seit dem 15. Jahrhundert immer beliebter und wurden je nach Einsatzgebiet und Zweck der Reise mit unterschiedlichen Wegzehrungen gefüllt. Erfunden wurde das Bento angeblich von Oda Nobunaga (1584 bis 1632), der die Mahlzeiten so benannte die den Soldaten ausgehändigt wurden. Heute gibt es Bentos in Holz-, Stahl-, Bambus- oder Kunststoffdosen.

Das Bento ist eine Mahlzeit zum Mitnehmen, analog zur Brotdose, Stullendose oder Vesperdose. Bento-Dosen sind jedoch im inneren in mehrere Fächer aufgeteilt, in denen das Essen zueinander angeordnet wird. Da neben der Auswahl der Speisen und der Zubereitung auch das optische Arrangement und die Verpackung eine Rolle spielt, können Bentos wirklich tolle Gesamtkunstwerke sein. Ein Bento besteht Traditionell aus den Hauptbestandteilen der japanischen Küche: Reis, Fisch und Fleisch sowie Beilagen aus verschiedenen Gemüsearten. Alle Speisen, die als Bento verpackt werden, können sowohl warm als auch kalt gegessen werden. Im allgemeinen werden die Bentos von der Ehefrau bzw. der Mutter morgens frisch zubereitet. Sie können jedoch auch in vielen dafür eingerichteten Geschäften gekauft werden, z.B. am Bahnsteig oder aber auch im Einkaufszentrum. Es kommt in japanischen Schulen sogar vor, dass ein Mädchen einem Jungen (jedoch niemals umgekehrt) ein selbst zubereitetes, besonders kunstvoll angerichtetes Bento schenkt, in der Hoffnung dass sich so eine Gelegenheit für ein gemeinsames Essens ergibt und die Beziehung vertieft wird.

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(Beispiel für eine LunchBox aus den USA, Bilder von Sarah von Bentoriffic.com)

Die amerikanische „LunchBox“ entspricht vom Grundprinzip dem japanisches Bento. Häufig sind die amerikanischen Boxen jedoch größer und ähneln einer Art Koffer. So kann zusätzlich zu den Speisen noch eine Trinkflasche oder ein Trinkpäckchen mit eingepackt werden. Die Geschichte der Amerikanischen „LunchBox“ geht zurück in das Frühe 19. Jahrhundert, als man auch hier von Körben mit Griffen sprach, in die in Taschentücher eingewickelte Speisen gelegt wurden. Denn mit der zunehmenden Industrialisierung, arbeiteten die Amerikaner ebenfalls länger außer Haus und es war unmöglich zum Lunch (Mittagessen) zu Hause zu sein. Typischerweise werden Kindern in der Schule oder der Uni LunchBoxen aus Kunststoff oder Vinyl mitgegeben. Im Jahre 1954 wurde von Leo May einem Bergmann die LunchBox aus Aluminium erfunden. Bereits im Jahr 1935 produzierte Geuder, Paeschke und Frey das erste lizenzierte Charakter Lunchpaket mit Mickey Mouse.

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(Beispiel für eine LunchBox aus den USA, Bilder von Sarah von Bentoriffic.com)

Die ersten gesundheitlichen Bedenken kamen in den USA im August 2002 auf, als das Zentrum für Gesundheit und Umwelt festgestellt hatte, dass viele populäre Vinyl-LunchBoxen gefährlich hohe Konzentrationen von Blei enthielten. Viele, aber nicht alle Dosen, wurden aus den Regalen genommen. Die meisten großen Hersteller begannen in der Folge mit Tests für Bleiwerte, beseitigten das Problem und markierten Ihre Boxen als „bleifrei“!

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(Beispiel für eine deutsche Brotdose, Bilder von Trina http://nuesselkram.wordpress.com)

Bevor ich selber jemals etwas von BentoBoxen oder LunchBoxen gehört hatte, kannte ich nur die Brotdose, Stullendose, Vesperdose oder den alt bekannten Henkelmann! Ich bekam zu Schulzeiten das typische Butterbrot geschmiert, welches dann entweder in einem Butterbrotbeutel oder in einer Brotdose verpackt wurde. Vielleicht gab es mal noch ein paar Apfelstücke dazu, aber das kam selten vor, denn ich war als Kind nicht unbedingt ein Obstfreund. Zu trinken gab es eine kleine Trinkflasche mit Mineralwasser oder Apfelsaft. Die Geschichte des Butterbrots ist sehr lang und es gibt wahnsinnig viele Bezeichnungen für das „Butterbrot“ und dessen Belag, schaut hierzu doch mal auf Wikipedia. Als ich dann nach der Schulzeit meine Ausbildung begann, stellte sich mir der „Henkelmann“ vor! Kennt Ihr den? Der Henkelmann ist ein Behälter aus Blech in dem man zu Hause sein zubereitetes Essen füllen konnte, um dieses dann mit zur Arbeit nehmen zu können. Dort wurde ca. 30 Minuten vor der Mittagspause ein dafür vorgesehener großer Behälter mit Wasser erwärmt und man konnte sein Essen darin erwärmen. Der Begriff „Henkelmann“ kommt wohl von dem am Deckel befestigten Henkel, der meist auch der Verschluss ist. Hier könnt Ihr Euch den Henkelmann noch mal ansehen.

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(Beispiel für eine deutsche Brotdose, Bilder von Danii http://lecker-bentos-und-mehr.blogspot.de)

Ob nun Japan, die USA oder Deutschland, vom Grundprinzip wollen wir alle das Gleiche: unser essen von zu Hause mit zur Arbeit, Schule oder Uni nehmen. Das Essen sollte Sicher in einer Dose verpackt sein und wenn möglich ein bisschen Abwechslung bieten. Ob das Essen nun in einer Dose aus Kunststoff, Aluminium oder Edelstahl verpackt wird, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich bin überzeugt von Edelstahl, da ich Kunststoff aufgrund von BPA immer noch skeptisch gegenüber stehe. Ich denke was man sich jedoch wirklich angewöhnen kann oder sollte, ist das Essen in einer wiederverwertbaren Dose zu verpacken, denn man muss doch nicht unnötig durch Papier, Kunststoffbeutel oder Alufolie die Umwelt belasten.

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(Beispiel für eine deutsche Brotdose, Bilder von Danii http://lecker-bentos-und-mehr.blogspot.de)

Ich hoffe ich habe Euch hierdurch einen kleinen und übersichtlichen Einblick in die Geschichte der BentoBoxen, Lunchboxen und Brotdosen geben können und es war halbwegs verständlich.

Wie verpackt Ihr Euer Essen für unterwegs und was nehmt Ihr am liebsten mit?

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Wochenstart und vielleicht schon schöne Ferien oder einen schönen Osterurlaub. Bedanken möchte ich mich bei Token, Sarah, Danii und Trina für das zur Verfügung stellen der tollen Bilder. Vielen Dank!

Mit gesundem und leckeren aus der Box,

Eure LeckerMone 🙂

12 Gedanken zu „BentoBox, LunchBox, Brotdose, Stullendose – Essen für unterwegs!

  1. Danke für die ausführlichen Erklärungen :o)

    Ich bin ja meist zum Essen Zuhause, so das sich nichts mitnehmen muss, aber wenn dann benutze ich eine oder mehrere der Tupperdosen, die es hier in verschiedenen Größen udn Asuführungen im Schrank gibt.

    Liebe Grüße, Carmen

  2. Was für eine tolle Aufstellung – und so schöne Bilder dazu. da bin ich ja fast traurig, dass ich dzt schon in Mutterschutz bin und daheim Mittagesse. Aber ich bleibe gespannt, denn ab Herbst fängt meine Tochter mit Kindergarten an, und da soll ihre Jause natürlich nicht nur gesund sein, sondern auch optisch was hergeben.

    Glg, Maren

  3. Prima Blogpost! Ich sitze gerade in meiner Mittagspause und habe mir einen fiesen REWE-Fertigsalat reingezogen. Dein Post war jetzt eine echte Motivation in Zukunft zu Hause mein Essen zusammen zu stellen und mitzunehmen. Zumindest ein bis zweimal die Woche. So kann ich viel besser bestimmen woher das Essen kommt, was genau ich esse und welche „Reste“ ich von zu Hause noch aufbrauchen kann.

  4. Ein wirklich toller Bericht! Das dir das Thema am Herzen liegt spürt man und das finde ich schön. Ich glaube fest daran das du durch diesen Artikel, durch deinen Blog im Allgemeinen und durch die MittwochsBox viele Menschen motivierst sich mehr Gedanken um ihr Pausenbrot zu machen… dabei wünsche ich dir weiterhin viel Spaß und Erfolg 😉

    Und ein dickes Dankeschön, dass du meine Fotos dafür genommen hast 🙂

    Gaaanz liebe Grüße Trina ♥

  5. Einen sehr schönen Beitrag hast Du da geschrieben, man merkt, dass Du Dich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt hast. Übrigens hat es mich sehr gefreut, dass Dir meine Bilder so gut gefallen haben, dass Du sie verwendest hat. Ich freue mich schon auf das Thema der nächsten MittwochsBox : )

    Liebe Grüße Danii

  6. Du hast echt noch den Henkelmann live erlebt? Ich habe kürzlich gegrübelt, wie der Opa früher das Essen im Henkelmann wieder warm gekriegt haben mag, so ohne Herd, Mikrowelle und so. Aber dann habe ich irgendwo ein Foto von früher gesehen, wo alle ihren Henkelmann in einer großen Blechschüssel auf dem Ofen (so ein kleiner mit gusseiserner Platte) stehen hatten. Interessant.

    • Hallo Lily, ja ich habe den Henkelmann noch Live erlebt und das ist noch gar nicht so lange her. Vor 14 Jahren hat er sich mir vorgestellt. Ich kenne aber nur den Behälter der elektrisch betrieben ähnlich wie ein großer Wasserkocher das Wasser erwärmt.

      Liebe Grüße

      Mone

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